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Donna von der Villa Kunterbunt, gen. Jule lebt jetzt Ost-Westfalen-Lippe 07.03.2004
Nach langer Wartezeit und in freudiger Erwartung kam er, der Tag, an dem Jule bei uns einziehen sollte. Früh morgens ging es ins Auto und ab auf die knapp 3-stündige Fahrt nach Schaalby. Ich war so aufgeregt, ich finde das ist ein bisschen so wie ein Baby bekommen, nur nicht ganz so anstrengend. Wir sind gut durchgekommen und schließlich hielt ich meinen heiß ersehnten Welpen im Arm. Nach einem bestimmt nicht schmerzlosen Abschied saßen wir wieder im Auto, Richtung Heimat, ich mit Jule auf der Rückbank. Ca. 20 Minuten später mussten wir an der nächstbesten Tankstelle halten. Unser Julchen erbrach sich, was das Zeug hielt und ich hatte die Küchenrolle zu Hause liegen lassen. Kein Problem, mit drei frisch erstandenen Küchenrollen ging die Fahrt weiter. Irgendwann, viel viel später schlief Jule völlig erschöpft ein. Erst als wir von der Autobahn abfuhren und es etwas kurvig wurde, wachte sie wieder auf und begann erneut zu würgen, arme Jule! Eine komplette Küchenrolle und ein altes Handtuch gingen bei dieser Fahrt drauf. Schließlich kamen wir zu Hause an und Jules Leiden hatte vorerst ein Ende.
Nach einer ersten Erkundungstour durch Wohnzimmer und Flur fand Jule ihren gefüllten Fressnapf und ratzfatz war alles weg, kein Wunder! Danach fiel sie in den Schlaf der Gerechten und war erst mal 2 Stunden aus dem Verkehr gezogen.
Ihren Schlafplatz, bei uns im Schlafzimmer neben dem Bett, nahm sie am gleichen Abend sofort an und es gab kein bisschen Heimwehgewinsel.
In den folgenden Tagen und Wochen erkundete Jule unsere Wohnung , die Halle (mein Mann ist selbständig und arbeitet zu Hause) und den großen Garten. Zu unserer Familie gehören zwei Kinder im Alter von 8 und 10 Jahren, zu denen Jule sofort ein überaus inniges Verhältnis aufbaute.
Sie kann nur bis heute nicht verstehen, wohin die beiden Mitwelpen morgens meistens hin verschwinden und sie nicht mit darf. Dafür ist die Freude dann mittags umso größer, wenn die Schule aus ist.
Außerdem musste Jule sich mit zwei Katzen anfreunden (und umgedreht), was aber auch ganz gut funktioniert. Unsere Junge Katze hatte noch keinerlei schlechte Erfahrungen mit Hunden gemacht und so näherten sich Hund und Katz einander an. Heute spielen die beiden zusammen, meist bis Jule zu grob wird. Dann verschwindet Fräulein Schmidt in luftige Höhen, Schrank, Kratzbaum etc.
Auch unsere 13 Jahre alte Seniorin hat im Grunde nichts gegen Hunde, wenn sie sie nur in Ruhe lassen. Aber ein bisschen Protest musste sein und so zog unsere Lisa in das Zimmer meiner ältesten Tochter. Natürlich ließ sie sich Toilette und Fressnapf hinterher tragen. Mit diesem tapsigen Wirbelwind wollte sie erst mal nichts zu tun haben.
So vergingen die Wochen und Jule versteht heute sehr wohl, dass man mit Lisa nicht spielen kann und man die alte Dame in Ruhe lassen muss. Jetzt gehen die Tiere aneinander vorbei und Lisa bewegt sich wieder völlig unbefangen in der ganzen Wohnung.
Neulich habe ich beobachtet, wie Jule Lisa ganz vorsichtig und fast zärtlich über den Rücken geleckt hat.
Nach einigem Suchen hatte ich auch eine geeignete Hundeschule gefunden. Das war gar nicht so einfach. Bei der ersten Hundeschule, bei der ich anrief, säuselte eine Frau ins Telefon, ja ja, ich solle ruhig vorbei kommen. Sie hätten eine große Wiese, auf der sich jeden Mittwochabend bis an die 30 Welpen tummeln. Ist ja ganz nett, das war aber nicht meine Vorstellung von Welpenprägestunden. Die 2. Hundeschule hatte auch nur Welpentreffs im Programm und ansonsten konventionelle Erziehungskurse. Auch nicht das, was ich wollte.
Schließlich bekam ich eine Empfehlung von einer Hundebekanntschaft. Ein bisschen weiter zu fahren, aber dafür genau das, was ich mir vorgestellt hatte.
Seitdem haben wir jeden Samstagmorgen eine Stunde lang viel Spaß mit unserer Jule, die inzwischen von der Kindergartenstunde in die „Rüpelstunde“ aufgestiegen ist. Dabei und auch sonst im Alltag lernt Jule sehr schnell und freudig. Ich arbeite u. a. mit dem Clicker, was ich nur empfehlen kann. Ende März ist Jule ein halbes Jahr alt und wir werden den ersten Erziehungskurs belegen.
Auch auf den täglichen Spaziergängen macht sie uns viel Freude, läuft meist ohne Leine und ist freundlich aber nicht aufdringlich zu Mensch und Hund.
Ein bisschen lästig ist es schon, die meisten Wäller-Besitzer werden es verstehen… nein, wie hübsch, was ist das für eine Mischung, usw. usf.
Ich war schon versucht kleine Info-Zettel über die Rasse Wäller zu verfassen, damit ich nicht immer alles herbeten muss.
Aber eigentlich tu ich es ja gerne und verstreue also kontinuierlich mein Wissen über den Wäller im Allgemeinen und Jule im Besonderen überall da, wo wir auftauchen und auf Jule angesprochen werden.
Man kann ja auch nur höllestolz sein, auf so einen hübschen, klugen Hund.
Um es frei nach Loriot auszudrücken: Ein Leben ohne Wäller ist denkbar, aber sinnlos.
So, das war es erst mal von Jule und ihrem neuen Rudel. Vielleicht komme ich noch mal dazu, einen weiteren Bericht über Jule abzuliefern.
Also bis dahin oder bis zum 1. Mai
Anne-Katrin Burmann
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