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Urlaub – oder Jules Sicht der Dinge
Nun bin ich schon 2 Jahre alt und fühle mich pudelwohl bei meinen Menschen.
Ich verstehe fast alles, was sie von mir wollen, wenn es auch manchmal etwas länger dauert, und meine Menschen verstehen mich. Hier bei uns wohnen auch Katzen. Die finde ich ein bisschen komisch, aber wir kommen gut zusammen aus. Vor ein paar Wochen haben wir ein Katzenkind bei uns aufgenommen. Ich versuche jetzt der Kleinen ein bisschen Benehmen beizubringen und langsam klappt das auch. Nur wenn sie mit meinem Schwanz spielen will, verstehe ich keinen Spaß.
Meine Chefin macht tolle Sachen mit mir. So darf ich sie auf ihren Streifzügen durchs Revier immer begleiten. Oft treffen wir dabei andere Rudel, dann wird`s lustig. Die meisten anderen Hunde hier in der Gegend sind meine Freunde. Mit einigen davon kann man prima spielen und toben.
Wenn es ganz warm ist fahren meine Leute mit mir ans Wasser, weil ich so gern schwimme. Und wenn ich dann klitschnass bin, fällt mir das Laufen auch nicht mehr schwer.
Auf der Wiese neben meinem Garten stehen interessante Holzgeräte. Über die kann man rüberspringen, rüberlaufen oder durchkriechen. Manchmal muss ich ganz langsam laufen, manchmal bewegt sich das Brett unter mir – es ist auf jeden Fall sehr lustig und macht mir großen Spaß. Meine Chefin nennt das Agility. Manchmal fahren wir auch auf eine andere Wiese. Da treffen wir andere Rudel, die auch so viel Spaß daran haben wie wir.
Also mir geht`s hier rundum gut.
Aber ganz selten machen meine Menschen etwas, was ich wirklich nicht ganz verstehe.
Schon Tage vorher ist meine Chefin anders als sonst. Unsere Streifzüge fallen etwas kürzer aus. Dafür ist sie damit beschäftigt, viele, viele Sachen in Kästen und Taschen zu packen und alles im Auto zu verstauen.
Das alles gipfelte darin, dass ich mitten in der Nacht aufstehen und ins Auto springen musste. Alle anderen stiegen auch ein, bis auf die Katzen. Ich war noch so müde und habe einfach im Auto weitergeschlafen.
Ja und dann fuhren wir und fuhren wir. Ich fahr ja eigentlich ganz gerne Auto, aber das war mir entschieden zu lang. Ab und zu durfte ich aussteigen und Pipi machen. Aber immer wenn ich dachte, so Leute, jetzt gucken wir uns mal ein bisschen die Gegend an, musste ich wieder einsteigen und weiter ging die Fahrt.
Irgendwann sind wir dann doch angekommen. Das habe ich daran gemerkt, dass meine Leute die ganzen Sachen aus dem Auto in ein Haus geschleppt haben. Sogar mein Bettchen und mein Fressnapf waren dabei.
In den nächsten Tagen haben wir in diesem Haus gewohnt. Das war eigentlich wie zu Hause, mit ein paar Unterschieden. Erstmal hatte dieses Haus kein Büro! Ich habe überall nachgeguckt – es gab keins! Also das war anders. Der Chef blieb den ganzen Tag mit uns anderen zusammen. Das war toll. Jeden Morgen durfte ich mit Chef zusammen Brötchen aus dem Ort holen. Dabei habe ich übrigens einen Pudel getroffen, der ganz stolz die Brötchentüte für seinen Chef im Maul trug, alter Angeber. Ich war ein bisschen neidisch, aber ich kann dafür andere tolle Sachen, außerdem wären bei mir die Brötchen echt gefährdet gewesen. Ich gebe es zu, ich bin ein bisschen verfressen.
Dann war da noch etwas anders. Bei unseren Streifzügen waren oft die Menschenkinder dabei und gleich am ersten Tag kamen wir an einen riesigen See. Ich habe mich sehr gefreut. Es war sehr warm und ich wollte ganz schnell zum Wasser. Endlich waren wir da und da habe ich mich erstmal erschrocken. Das Wasser kam auf mich zu und lief dann wieder weg. Ich wusste erstmal gar nicht, was ich davon halten sollte. Aber mein Durst war groß und rein wollte ich auch. Die Menschenkinder haben mir schließlich gezeigt, dass das Wasser nicht gefährlich ist und da bin ich einfach mitgelaufen. Endlich konnte ich eine Schnauze voll nehmen. Igitt!!! Ich kann euch sagen, das Wasser kann man nicht trinken! Es schmeckt scheußlich. Da habe ich dann auch verstanden, warum meine Chefin eine Flasche mit Wasser für mich mitgeschleppt hat.
An den folgenden Tagen waren wir noch oft an dem großen See. Und zusammen mit den Menschenkindern hatte ich einen Heidenspaß im Wasser. Zum Abkühlen war das genau richtig, zum Trinken bin ich lieber zur Chefin gelaufen.
Bei dem Haus, in dem wir jetzt wohnten, musste ich noch etwas lernen.
Wie zu Hause lag ich sehr gern auf der Terrasse und passte auf, wer da des Weges kam. Ich mach mir dann gerne mal den Spaß daraus laut zu bellen und manchmal möchte ich auch mal ein bisschen näher kommen, wenn die Leute interessant riechen. Das durfte ich dort nicht. Ich durfte immer nur kurz bellen und musste dann wieder ruhig sein. Alleine die Terrasse verlassen durfte ich auch nicht. Habe ich aber schnell gelernt und es machte mir auch nichts aus. Es ist nur doof, dass meine Chefin das jetzt bei unserem richtigen zu Hause auch so haben will, meistens tue ich ihr aber den Gefallen, und lasse die Leute nicht mehr stramm stehen.
Nach einiger Zeit fingen meine Leute wieder an die vielen Sachen zu packen und ich ahnte schon, was da kommt.
Richtig, diesmal fuhren wir aber am Abend los und da schlafe ich ja sowieso. So kam mir die Fahrt auch viel kürzer vor, auf einmal waren wir wieder zu Hause.
Am nächsten Morgen habe ich erstmal alles abgeschnuppert und untersucht, war alles in Ordnung.
Die Chefin ging wieder mit mir auf Streifzug und der Chef ging in sein Büro. Was der da den ganzen Tag macht, weiß ich nicht.
Warum wir sooo lange gefahren sind, nur um in einem anderen Haus zu wohnen weiß ich auch nicht. Vielleicht wollten mir meine Menschen das große Wasser zeigen. Ist mir auch egal – Hauptsache ich bin dabei!
Eure Jule
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